Klaus Schlösser: "Über Webkonferenzen kann man sich trotzdem verabreden und treffen"

Klaus Schlösser, Inhaber und Geschäftsführer einer Sportbootschule in Bremen, hat mit uns seine Erfahrungen geteilt, wie er während der Kontaktsperre Webkonferenzen einsetzt.
April 5, 2020

Hallo Klaus, hast du schon Erfahrung mit Webkonferenzen gemacht und wie bist du auf die Idee gekommen?

Ja, ich habe jetzt die ersten Erfahrungen mit Webkonferenzen gesammelt. Das war kein Vollkurs, sondern ein Ergänzungskurs, der an einem Abend über 3 Stunden lief.

Meine Einschätzung: die Veranstaltung ist gut gelaufen, vor allem waren die Teilnehmer recht zufrieden.

Außerdem haben wir noch eine Infoveranstaltung für den Sportbootführerschein See durchgeführt, die eigentlich auch ganz gut geklappt hat. Anders als bei einem richtigen Kurs, wenn wir im Vorfeld einen Link zukommen lassen, haben wir bei der Infoveranstaltung den Link auf der Webseite gesetzt und jeder konnte sich einloggen und mitmachen.

Es gab also keine Voranmeldung. Kann es auch passieren, dass zu so einer Veranstaltung am Ende keiner kommt?

Ja, das kann auch passieren. Wir haben es erst einmal gemacht und wenn nicht gleich hundert Leute kommen, ist es vielleicht auch besser, denn wir probieren es erstmal aus. Allerdings würde ich bei dieser Variante mittlerweile vorsichtig sein, da auch jeder vorbeikommen kann.

Was macht für dich eine gelungene Webkonferenz aus?

Ich denke, das wichtigste ist, wenn sich eine Interaktivität zwischen mir und den Teilnehmern einstellt, dass sie mir bei dem was ich sage folgen.

Wie versuchst du festzustellen, ob die Teilnehmer zuhören oder ihre Aufmerksamkeit woanders haben?

Bisher haben wir nur Veranstaltungen gemacht, wo die Leute selber auch reden konnten, also das Audiosignal wurde nicht unterdrückt. Dafür habe ich die Fragemethodik aus normalem Unterricht ziemlich exzessiv angewendet. Das Abspalten der einzelnen Teilnehmer ist natürlich schwieriger zu kontrollieren als vor Ort im Schulungsraum, weil ich nicht ganz einschätzen kann, ob die Aufmerksamkeit voll bei mir ist.

Das ist die Herausforderung: wann spalten die Teilnehmer ab, und wann ist es sinnvoll einen Methodikwechsel vorzunehmen und nochmal auf das Thema einzugehen.

Welche Rahmenbedingungen sind aus deiner Sicht wichtig für eine gute Webkonferenz?

Ich bin wie viele andere im Homeoffice, aber für Webkonferenzen fahre ich ins Büro, weil ich dort meine Ruhe habe und keine Familie oder Kinder im Hintergrund sind.

Das ist für mich wichtig, weil viel Vorlaufzeit dadurch entsteht und ich mich vernünftig vorbereiten kann: die Technik prüfe, mir mein Glas Wasser hinstelle und für sonstige Rituale, die ich brauche, damit ich das Gefühl bekomme, gut vorbereitet zu sein.

Ich muss auch davon ausgehen, dass die ersten Leute 20 Minuten vor Anfang auftauchen, wie sie es im wirklichen Leben auch machen. Dann muss man bereit sein und nicht noch Sachen organisieren. Die Internetverbindung im Büro ist zum Glück sehr gut und ich habe keine Sorge, dass das Netz zusammenbricht.

Was noch dazu beiträgt, dass eine Webkonferenz gelingt, ist es den Teilnehmern vor Beginn ein paar Regel an die Hand zu geben, z.B. Mikrofon stumm schalten, wenn keine Aussage gemacht wird, weil die Geräusche aus dem Raum (wenn jemand durch das Haus läuft) alle Teilnehmer hören.

Erläuterst du den Ablauf?

Ja, das ist auch wichtig. Der Ablauf soll auch möglichst transparent sein, damit jederzeit klar ist, wo man sich inhaltlich befindet.

Welche Software und Hardware hast du benutzt?

Im Moment nutze ich meine Laptopkamera und ein Headset für den Ton. Das funktioniert perfekt. Ich habe mir aber auch ein Ansteckmikrofon gekauft, weil ich das Headset optisch nicht so schön finde. Außerdem habe ich vor kurzem eine höher qualitative Webcam bestellt, aber, ähnlich wie mit Klopapier, sind die Kameras zurzeit nicht lieferbar.

Als Webkonferenztool ist bei mir Zoom im Einsatz.

In meinem Klassenraum hatte ich schon früher eine Dokumentenkamera angeschlossen. Insofern kann ich ähnlich agieren, wie ich das früher an der Tafel gemacht habe, wenn ich ein Bild entstehen lassen möchte. Damit kann ich über meine Dokumentenkamera relativ einfach das Bild ins Internet übertragen. Der Unterricht für mich ist somit wie bisher. Ich bin auch technisch nicht überfordert, weil ich sonst auch viel Tafelbilder einsetze. Somit bleibt mein Kopf frei für die Unterrichtsinhalte. Den Visualizer kann ich auf jeden Fall wärmstens empfehlen, die Kosten bei einem neuen Gerät liegen bei ca. 500 €.

Als Software nutze ich zusätzlich PowerPoint. Ich habe meine Präsentationen auf 16:9 und die neue Folienzoom-Funktion umgestellt. Zusätzlich habe ich den Yacht Navigator mit der Karte D 49 von Delius Klasing, Funksimulationssoftware und Whiteboard-Software im Einsatz. Manchmal verbinde ich mein Tablet mit dem PC und zeige direkt den Fragenkatalog über die SBF-Fragen App.

Als Software ist bei dir Zoom im Einsatz. Hast du auch andere Tools ausprobiert und wie zufrieden bist du?

Ich habe mich für Zoom entschieden, weil es sowohl für mich als Administrator als auch für den Kunden einfach zur Hand haben ist. Go to Meeting und Go to Webinar empfand ich optisch verwirrend. Die Preise dabei sind ähnlich: ich zahle für die Lizenz ca. 20 € pro Monat und kann damit Webkonferenzen für bis zu 100 Teilnehmer durchführen.

Wie schätzt du den Mehrwert von Webkonferenzen sowohl für dich als Veranstalter als auch für die Teilnehmer ein?

Die Webkonferenz ist für mich lediglich eine notgedrungene Alternative. Der Mehrwert in der jetzigen Zeit ist, dass man sich trotzdem verabreden und treffen kann.

Ich habe noch nicht eine Situation entdeckt, wo ich sagen würde, dass auch unter normalen Bedingungen ich eine Webkonferenz einem persönlichen Treffen vorziehe. Vielleicht könnte in der Zukunft eine Situation entstehen, wo man es mischen kann. Dass könnte ich mir auch für uns vorstellen. In dieser Zeit sehe ich den Mehrwert eindeutig ein, aber nicht in der Perspektive. Für die Zukunft hängt es von der Nachfrage ab.

Neue Möglichkeiten? Es wäre spannend auch Leute zu erreichen, die räumliche oder zeitliche Schwierigkeiten haben an einem normalen Kurs teilzunehmen.

Wie hoch war der zeitliche Aufwand für die Einrichtung?

Insgesamt war ich mit der Thematik rund acht Stunden beschäftigt. In dieser Zeit wurden verschiedene Systeme getestet und analysiert, eine Probekonferenz mit meinen Kindern durchgeführt. Ich wollte das Gefühl bekommen, dass es technisch möglich ist.  

Was waren die Herausforderungen für dich beim Einsatz von Webkonferenzen und wie bist du damit umgegangen?

Regelrechte Herausforderungen gab es nicht, wobei ich im Vorfeld Erfahrung mit Webkonferenzen gesammelt hab, aber die waren nicht im Schulungsbereich. Das war nicht meine erste Webkonferenz, denn ich hatte beruflich mit so einer Situation zu tun gehabt. Deswegen war es nicht was ganz Besonderes. Es haben sich Gott sei Dank keine technischen Schwierigkeiten eingespielt, die ich hätte lösen müssen. Daher was es relativ reibungslos, wie in der Werbung: „Runterladen, anmelden und los geht’s!“

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